Unerlässlich für eine zukunftsfähige kommunale Infrastruktur

„Turbo-Internet für alle!“ – Symbolträchtig betätigten die Auftrag- und Zuschussgeber jetzt in Odenheim den ´red button´ für die Inbetriebnahme weiterer Teilabschnitte des städtischen Glasfasernetzes (in der Bildmitte v.l. Felix Junker, Nicolas Sonder, Ragnar Watteroth und Bürgermeister Felix Geider)
Weitere Siedlungsgebiete und Schulen an das Glasfasernetz angeschlossen
Östringen – Seit 2016 unterstützt das Land Baden-Württemberg und seit Langem auch der Bund mit milliardenschweren Förderprogrammen den zielgerichteten Ausbau von Glasfaserinfrastruktur für schnelles Internet in denjenigen Gebieten der Städte und Gemeinden, die absehbar nicht zeitnah marktgetrieben mit einem leistungsfähigen Breitbandnetz ausgestattet werden können.
Ebenfalls schon seit 2016 engagiert sich auch die Stadt Östringen bei diesem für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Entwicklung der Kommune sehr bedeutsamen Themenfeld und treibt seither die dementsprechende Versorgung von Siedlungsteilen voran, in denen ein eigenwirtschaftlicher Ausbau des örtlichen Glasfasernetzes kurz- und mittelfristig nicht ansteht beziehungsweise auf absehbare Zeit auch nicht zu erwarten ist.
Bei einer kleinen Feierstunde im Rathaus im Stadtteil Odenheim konnte Bürgermeister Felix Geider nun den erfolgreichen Abschluss von drei weiteren einschlägigen Projekten bekanntgeben, mit denen der Glasfaserausbau in Odenheim im Gewerbegebiet Brühl / Breitwiese sowie in der Schulstraße und außerdem im Bereich des Bildungszentrums in der Kernstadt Östringen bewerkstelligt werden konnte.
Zuverlässig ausgeführt wurden die von der Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH (BLK) und der Stadt Östringen gemeinschaftlich beauftragten Baumaßnahmen auf Basis einer dementsprechenden Ausschreibung von der Firma Netze BW GmbH. Insgesamt wurden dabei auf einer Streckenlänge von 6,25 Kilometern neue Glasfaserleitungen verlegt.
Zur Umsetzung dieser Vorhaben bewilligten der Bund und das Land staatliche Finanzhilfen von zusammengenommen knapp 2,2 Millionen Euro, was wiederum etwa 90 Prozent der Baukosten entspricht; die restlichen 10 Prozent der Aufwendungen trägt die Stadt.
„Ohne ein solches Zutun von Bund, Land und Kommune könnten große Teile unserer Siedlungsgebiete nicht mit anforderungsgerechten Breibandverbindungen ausgestattet werden“, das hob Rathauschef Geider anlässlich der symbolischen Freigabe der neuen Leitungen für Gigabit-Internet hervor, bei der er neben Mitgliedern des Gemeinderats und des Odenheimer Ortschaftsrats unter anderem auch die Repräsentanten der BLK, der Bewilligungsstellen für staatliche Zuschüsse sowie des bauausführenden Unternehmens willkommen heißen konnte.
Als Vertreter der BLK betonte deren Kaufmännischer Geschäftsführer Ragnar Watteroth die hohe Bedeutung einer flächendeckenden und lückenlosen Versorgung mit Glasfaserinfrastruktur gerade für die Zukunftsfähigkeit der Regionen, Städte und Gemeinden. Dabei gelte es insbesondere, im Miteinander von gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau „Überbau und Doppelstrukturen zu vermeiden“. Watteroth, in Personalunion im Karlsruher Landratsamt Leiter des Dezernats für Finanzen und Beteiligungen, informierte bei der Veranstaltung in Odenheim, dass man im Rahmen der nun fertiggestellten Teilprojekte insgesamt 248 Hausanschlüsse gebaut habe, für die nun nach vergleichsweise sehr kurzer Zeit bereits 225 Vertragsabschlüsse registriert werden konnten. „Das belegt eindrucksvoll, dass die Menschen in der Tat erheblichen Bedarf für solche leistungsfähigen Glasfaserverbindungen haben – auch und gerade im Ländlichen Raum“, analysierte der Vertreter der BLK.
„Zu den nun in Östringen und Odenheim umgesetzten Vorhaben hat allein der Bund 1,23 Millionen Euro beigesteuert“, sagte Nicolas Sonder, verantwortlicher Projektleiter der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH, die im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr maßgeblich dazu beiträgt, dass bei solchen Vorhaben die Anforderungen des Förderregimes der staatlichen Bewilligungsstellen vor Ort in praxistaugliche Lösungen für die Kommunen als Zuwendungsempfänger umgesetzt werden. Wie Sonder ergänzte, habe man bei den jetzt im Östringer Stadtgebiet realisierten Projekten Tiefbauarbeiten mit einer gesamten Streckenlänge von neun Kilometern erledigt, dabei seien 22, 1 Kilometer Leerrohre verlegt und Lichtwellenleiter mit einer Länge von 46, 2 Kilometern eingeblasen worden.
„Gigabit-Netze sind die Lebensadern für alles, was kommt“, betonte Felix Junker, Referent für digitale Infrastruktur im Innenministerium Baden-Württemberg, der in seinem Grußwort bei der Feierstunde in Odenheim festhielt, dass das Land im Zuge der drei zuletzt in Östringen umgesetzten Teilausbaumaßnahmen Zuschussmittel im Gesamtumfang von 1 Million Euro bereitstellt. Junker zeigte sich durchaus beeindruckt, dass die Kraichgaustadt bereits seit mehr als zehn Jahren Fördermittel für die Verbesserung der digitalen Infrastruktur beantrage und abrufe und somit sehr zielgerichtet und nachhaltig in ihre digitale Weiterentwicklung investiere.
Als Vertreterin der bauausführenden Netze BW GmbH dankte die Leiterin des Regionalzentrums Baden, Tina Argento, der BLK und der Stadt Östringen für das ihrem Unternehmen seitens der Auftraggeber entgegengebrachte Vertrauen. Wie Argento betonte, habe die Netze BW die Projekte in der Kraichgaustadt auch dazu genutzt, in näherer Zukunft ebenfalls anstehende Arbeiten zur Verlegung von Stromkabeln gleich mit zu erledigen, um den mehrfachen Aufbruch von Straßen- und Gehwegflächen zu vermeiden.
Im Namen und im Auftrag von Ortsvorsteher Thomas Krapp übermittelte Ortschaftsrätin Heidi Wagenblaß bei der Feierstunde im Odenheimer Rathaus die Grüße ihrer Kolleginnen und Kollegen des Ortschaftsrats sowie der Ortschaftsverwaltung.
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Text und Foto: Herr Wolfgang Becker / Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Östringen